Augen zu und durch? – Das achtjährige Gymnasium und die Folgen

Bildung

SPD veranstaltet Buchlesung und Diskussion in Furth

„Wer sich die Erneuerung des Bildungswesens auf die Fahnen schreibt und dabei gleichzeitig die Schulzeit verkürzt, offenbart, dass er wenig darüber weiß, wie Jugendliche heutzutage wirklich gestrickt sind und was ihnen abverlangt werden kann“ – mit diesem Satz beginnt das Buch „Augen zu und durch?“ von Rupert Appeltshauser. Der ehemalige Gymnasiallehrer aus Coburg, der seit September 2011 im Ruhestand ist, hat in seinem Buch die persönliche Bilanz des achtjährigen Gymnasiums mit seinen Folgen beschrieben. Noch im Landtagswahlkampf 2003 trat der Ministerpräsident Edmund Stoiber als glühender Fürsprecher des neunjährigen Gymnasiums auf und verteidigte diese Ausbildungszeit. Doch schon in der Regierungserklärung im November 2003 wurde die Einführung des achtjährigen Gymnasiums angekündigt.

Proteste blieben ungehört, viele Reformen und Reförmchen sind seither geschehen, doch die Unzufriedenheit von Eltern, Lehrern und Schülern mit dem achtjährigen Gymnasium bleibt, konstantiert Appeltshauser in seinem Buch. Die SPD-Kreisvorsitzende Ruth Müller hat den Autor, der den doppelten Abiturjahrgang miterlebt hat, zu einer Veranstaltung nach Furth eingeladen. „Die Landtagswahl wird auch zu einer Abstimmung über das Schulsystem werden“, so die Kreisvorsitzende. Es ist absehbar, dass sich noch einmal etwas ändern wird – das Flexibilisierungsjahr, die Rückkehr zum G9 oder das Gymnasium der zwei Geschwindigkeiten – diese Modelle sind derzeit von den verschiedenen Parteien in der Diskussion.

Der ehemalige Gymnasiallehrer kennt die Situation an den Schulen aus erster Hand und erlebte die Fehler des Schulsystems jeden Tag. So fordert er nun, dass Bildung nicht mehr nur auf die Interessen der Wirtschaft, sondern auch wieder auf die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler ausgerichtet wird. Am Freitag ab 17.30 Uhr wird Appeltshauser im Gasthaus „Jägerwirt“ in Furth aus seinem Buch lesen und mit den Zuhörerinnen und Zuhörern diskutieren.

 

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